Atempause für Familienangehörige (Quelle: Wilhelmshavener Zeitung)Betreuung - Acht Frauen entlasten Familien mit Demenz erkrankten Personen
Die niedrigschwellige Betreuung beinhaltet keine Pflegeleistungen. Dennoch werden die Angehörigen Demenzkranker erheblich entlastet.
JEVER/JS – Der Name ist Programm: Mit ihrem neuen Angebot „Atempause“ will die Betreuer-Stiftung-Jever pflegenden Angehörigen eine kurze Atempause von ihrem teilweise anstrengenden Alltag ermöglichen. Auch weil es immer mehr ältere Menschen gibt, werde die Nachfrage nach Kurzzeitbetreuung im sogenannten niedrigschwelligen Bereich zunehmen, so Stiftungs-Vorsitzender Eberhard Möhwald, der das Angebot jetzt mit Elke Firnges und Elke Willms vorstellte. Das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie hat die Gründung des Helferkreises im März genehmigt. Mit dem Angebot sollen Menschen entlastet werden, die Angehörige mit Demenzerkrankungen, mit geistigen Behinderungen oder mit psychischen Erkrankungen pflegen. Eines stellte Möhwald jedoch klar: Die niedrigschwellige Betreuung beinhaltet keine Pflegeleistungen wie Waschen oder Lagern. Vielmehr werden die zu pflegenden Menschen stundenweise beschäftigt, damit die pflegenden Angehörigen Arztbesuche oder Freizeitangebote wahrnehmen oder persönliche Erledigungen tätigen können. Gleichzeitig wies der Vorsitzender darauf hin, dass das diese Art der Betreuung ein zusätzlicher Leistungsanspruch an die Pflegekassen ist – und das mit oder ohne Pflegestufe. Das „Atempause“-Team besteht aus acht Frauen, die in Lehrgängen auf ihre neuen Aufgabe vorbereitet wurden und künftig an monatlichen Fortbildungen teilnehmen werden. Sie arbeiten ehrenamtlich und erhalten von den pflegenden Angehörigen lediglich eine Aufwandspauschale. Für die Koordinatorin ist Rita Möhwald zuständig, die für den Ausbau des Angebots weitere Männer und Frauen sucht (Tel. 04461-743736). „Es ist eine große Vertrauensstellung, einen Fremden für die Pflege, ins eigene Heim zu holen“, weiß Eberhard Möhwald. Jedoch werden die Betreuer sorgfältig ausgewählt. Zum Angebot gehören dann auch vorbereitende Vertrauen schaffende Hausbesuche, bei denen auch über die Angewohnheiten und Lebensläufe der zu pflegenden Angehörigen gesprochen wird. Die Betreuer-Stiftung wurde vor neun Jahren gegründet, um Personen, die wegen geistigen, körperlichen oder seelischen Gebrechen auf fremde Hilfe angewiesen sind, zu unterstützen. Für diese Aufgabe hat die Stiftung bisher rund 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde an der Blauen Straße in Jever ein Haus mit vier Wohneinheiten für betreutes Wohnen aufwändig saniert. Zur Zeit gibt es insgesamt 178 Mitstifter.
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